Grundkurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung

Menschen begleiten. Zuhören. Halt geben. Sinn erleben.

Der Tod gehört zum Leben – und doch fällt es vielen Menschen schwer, sich mit den Themen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Unser Grundkurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung eröffnet einen geschützten Raum, um sich diesen Themen bewusst zu nähern, Wissen zu erwerben und die eigene Haltung weiterzuentwickeln.

Der Kurs richtet sich an Menschen, die sich persönlich mit diesen Lebensthemen auseinandersetzen möchten, ihre Angehörigen besser begleiten wollen oder sich auf eine ehrenamtliche Mitarbeit im Mobilen Hospiz vorbereiten möchten. Beruflich Interessierte aus Pflege, Sozial- und Gesundheitsberufen sind ebenso willkommen.

Mehr als eine Ausbildung – eine Lebensschule

Für Kursbegleiterin Margit Tischberger ist der Grundkurs weit mehr als eine fachliche Ausbildung: „Als Viktor-Frankl-Schülerin glaube ich daran, dem Leben Sinn zu geben. Für mich ist dieser Kurs eine Lebensschule. Er lädt dazu ein, den Tod als Teil des Lebens anzunehmen – und dadurch das Leben bewusster zu gestalten.“ Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen im Mobilen Hospiz und führt gemeinsam mit einem erfahrenen Team durch den Grundkurs. Dabei schafft sie einen roten Faden, der Fachwissen, persönliche Entwicklung und praktische Erfahrungen verbindet.

Was erwartet Sie?

Während der fünfmonatigen Ausbildung erwerben Sie fundiertes Wissen und entwickeln wichtige Kompetenzen für die Begleitung schwerkranker, sterbender und trauernder Menschen.

Zu den Inhalten gehören unter anderem:

  • Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer
  • Kommunikation und einfühlsames Zuhören
  • Mitgefühl zeigen, ohne sich selbst zu verlieren
  • Validation und Begleitung von Menschen mit Demenz
  • Rituale, Ethik und Weltreligionen
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Pflegegeld
  • Rolle und Aufgaben ehrenamtlicher Hospizbegleiter*innen
  • Psychohygiene und Selbstfürsorge

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage: Wie begleite ich Menschen achtsam und respektvoll – und sorge gleichzeitig gut für mich selbst?

Lernen in einer wertschätzenden Gemeinschaft

Jeder Kurs bringt 18 bis 20 Menschen unterschiedlichen Alters und mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten zusammen. Was sie verbindet, ist das Interesse an einem Thema, das alle Menschen betrifft.

Respekt, Verschwiegenheit und ein achtsames Miteinander bilden die Grundlage des gemeinsamen Lernens. Im Kurs haben Lachen und Weinen ebenso Platz wie Humor, Stille und ehrliche Gespräche.

Viele Teilnehmer*innen erleben schon nach kurzer Zeit, wie tragfähig diese Gemeinschaft wird.

Theorie und Praxis

Neben den Kursmodulen absolvieren Sie 40 Stunden Praktikum, die auf verschiedene Bereiche aufgeteilt werden können. So lernen Sie unterschiedliche Einsatzfelder kennen und sammeln wertvolle praktische Erfahrungen.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat. Dieses bildet die Grundlage für eine ehrenamtliche Mitarbeit im Mobilen Hospiz.

Zuhören ist oft das Wertvollste

Hospizbegleitung bedeutet nicht, für alles eine Lösung zu haben. Oft ist es das aufmerksame Zuhören, das Aushalten von Stille oder eine respektvolle Frage, die den entscheidenden Unterschied machen.

Im Kurs lernen Sie, Menschen empathisch zu begleiten, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen – ohne Mitleid, aber mit echtem Mitgefühl.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Grundkurs richtet sich an Menschen jeden Alters. Unsere jüngsten Teilnehmer*innen waren Anfang 20, die ältesten über 80 Jahre alt. Besonders freut uns, dass sich zunehmend auch Männer für die Ausbildung entscheiden.

Wenn Sie sich mit den Themen Leben, Sterben und Trauer auseinandersetzen möchten, Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten wollen oder eine sinnstiftende ehrenamtliche Aufgabe suchen, sind Sie bei uns herzlich willkommen.

Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist.

Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen.