Vier Tage voller gemeinsamer Erlebnisse, gegenseitiger Unterstützung und besonderer Momente erlebten zehn Kund*innen und vier Betreuer*innen von Caritas invita im September in Villach. Mit dabei waren Personen mit psychischen Beeinträchtigungen, die an den Caritas-Verbund-West-Standorten Pfaffing, Sierning und Gmunden teil-, voll- oder intensivbetreut sowie im Rahmen der mobilen Betreuung begleitet werden. Gemeinsam haben sie die freie Zeit nach ihren individuellen Bedürfnissen erlebt. Ein schönes Beispiel dafür wie gelebte Inklusion im Alltag sein kann.
Der diesjährige Kund*innen-Urlaub stand unter dem Motto „Jedem das Seine!“. „Der erste Tag diente vor allem dazu, nach der längeren Anfahrt, mental richtig anzukommen, sich zu orientieren und in der neuen Umgebung einzuleben“, erzählt Organisator, Erlebnispädagoge Michael Pacher. Action pur gab es dann am nächsten Tag. Eine Gruppe besuchte den Affenberg. Für viele Teilnehmer*innen ein besonderes Erlebnis, die Tiere frei herumhüpfen zu sehen – ohne Zaun zwischen Mensch und Tier. Danach ging es auf die Burg Landskron und, weil es so schön war, mit dem gleichen Tagesticket noch einmal auf den Affenberg.
Janinas persönliches Highlight: Paragleitflug durch die Wolke
Zur gleichen Zeit machte Kund*in Janina, die im Bezirk Gmunden mobil betreut wird, eine ganz besondere Erfahrung. Sie nutzte die Gelegenheit, mit einem Paragleitschirm von der Gerlitzen-Alpe Richtung Ossiacher See zu fliegen. Mit dem Flugbus wurde sie zum Startpunkt auf fast 1.900 Meter Seehöhe gebracht. Das Wetter hatte eine besondere Überraschung für sie parat – sie konnte durch eine große, weiße, watteartige Wolke hindurchfliegen.
„Für Janina war der Flug ein ganz persönliche Highlight und eine wunderbare Erfahrung, bei der sie ihre Grenzen überwinden konnte. Mit einem Strahlen über das ganze Gesicht landete sie wieder wohlbehalten am Boden“, schildert Pacher: „Sie durfte zu recht stolz sein, dass sie sich getraut hat, den Flug anzutreten. Die ersten Minuten nach der Landung überwogen die Gefühle, sodass Janina richtig sprachlos war – so viel Mut hatte sie sich selbst nicht zugetraut.“
Patrik zog riesigen Wels an Land
Für zwei Kund*innen ging es in der Abenddämmerung mit Pacher und einem einheimischen Fischer zum sogenannten Wallerklopfen auf den Ossiacher-See. Patrik konnte dabei einen 1,44 Meter großen Wels an Land ziehen. Die Freude über diesen Fang war riesig. Schließlich entschied sich Patrik, Kunde aus Gmunden, aber den mächtigen Raubfisch wieder in den Ossiacher See zu entlassen. Dieser verschwand sogleich mit zwei kräftigen Schwanzschlägen in der Tiefe des Gewässers. Patrik blieb die Erinnerung an dieses Erlebnis.
Von dem großartigen Fang angespornt, nutzte eine Gruppe den dritten Tag wiederum zum Angeln – allerdings war ihnen das Glück nicht so hold, der Ausflug aber trotzdem sehr entspannend.
Die zweite Gruppe flanierte durch die Altstadt von Villach und genoss den Nachmittag und Abend in der Therme, wo vor allem die Wasserrutsche heiß begehrt war und viel gelacht wurde.
Neue lehrreiche Herausforderungen
„Neben den vielen schönen Erlebnissen mit unseren Kund*innen konnte ich auch zahlreiche Eindrücke und Erfahrungen für die Planung und Organisation zukünftiger Kundenurlaube mitnehmen“, sagt Pacher, der für den Aufenthalt verantwortlich zeichnete: „Jeder Urlaub mit Kund*innen aus verschiedenen Betreuungsformen bringt neue Herausforderungen, unterschiedliche Bedürfnisse und viele Situationen mit sich, aus denen man lernen kann. Gerade deshalb ist mir das ehrliche Feedback der Teilnehmer*innen besonders wichtig. Mir hilft es den Kund*innen Erlebnisse bieten zu können, die noch lange Zeit danach wirken.“
