Was verbindet Mitarbeiter*innen und Kund*innen der Wäscherei und die Beschäftigten einer Werkstätte der Caritas in Engelhartszell? Ein mehrteiliges Werk, bei dem sich die Künstler*innen mit dem Grundsatz „Wir handeln tatkräftig, herausfordernd und herzlich“ auseinandergesetzt haben. Entstanden ist unter der Leitung von Diplomkrankenpflegerin Silvia Laukotter ein Kunstwerk, das aus sechs rund 50 mal 50 Zentimeter großen Bildern besteht.
Links wurde der Alltag in der Wäscherei mit Aquarell und Pastellkreide auf Pappe festgehalten, rechts was sich in der Beschäftigung 2 so tut. Die gemeinsame Klammer bilden drei 40 Zentimeter lange Schnüre, die die beiden „Welten“ miteinander verbinden. Darauf baumeln allerlei Wäschestücke wie ein BH, Socken und ein Höschen. Je nach Lust und Laune können die Gegenstände auch umgehängt oder, wenn ein mit einer Wäscheklammer befestigtes Stück „verloren“ geht, nachbestückt werden.
Hoppalas dürfen nicht fehlen
„Damit die Betrachter*innen auch Schmunzeln können, wird das eine oder andere Hoppala dargestellt“, schildert Laukotter. Etwa schäumt die Waschmaschine über oder die Wäsche brennt.
Das bunte, kreative Werk entstand in zwei halbtägigen Workshops. Zunächst besprach Silvia Laukotter mit den rund 20 Künstler*innen, davon zwölf Kund*innen, wie sie den Caritas-Leitsatz konkret umsetzen möchten. Es kristallisierte sich heraus, dass eine Frau mit Hut und Wintermantel ebenso auf das Kunstwerk muss, wie ein Herr im Rollstuhl. Ein Hund, der mehr einem Löwen gleicht, ziert einen Bildteil. Natürlich darf das Aufhängen der Wäsche nicht fehlen. Aber auch bei einem Tänzchen geht es lustig zu.
Gemeinsam mit den Kolleginnen Melanie Rauchegger und Madlen Litzlbauer zeichnete Silvia Laukotter das Geschehen mit Bleistift vor, bei den Workshops kam dann richtig Farbe ins Leben. „Es war eine wunderbare Stimmung, alle derart auf ihre Arbeit konzentriert“, erzählt die Diplomkrankenpflegerin.
Es musste passgenau gemalt werden
„Es war aufregend und interessant, was alles in der Wäscherei passiert und auch herumliegt – zum Beispiel Socken oder Höschen. Der Gegensatz zur Beschäftigung 2 war krass – dort ist es ganz anders“, sagt Künstlerin Gabi Fischer: „Trotz der großen Gruppe war es richtig spaßig.“ Auch Markus Reisinger hat die Abwechslung gefallen. „Es war spannend einmal nicht am Pamingerhof zu zeichnen mit anderen Kund*innen, die man nicht kennt und dabei kennengelernt hat. Wir mussten bei dem sechsteiligen Werk sehr aufpassen, dass am Ende alles zusammenpasst.“
Konturen für jedes noch so kleine Detail
Zum Schluss folgt der Feinschliff, mit schwarzer Tusche, Permanent- und Fineliner. „Bei jeder Figur, jeder Pupille und jedem noch so kleinen Detail müssen die Konturen nachgezeichnet werden. Da fließen noch viele Stunden hinein“, weiß Laukotter. Nach der anschließenden Fixierung ist das Werk fertig.
Das Kunstwerk ist das zweite einer Serie. Insgesamt werden alle fünf Grundsätze der Caritas kreativ umgesetzt. Bild eins stellt das Leben auf dem Moserhof dar, das von zwölf Kund*innen und Mitarbeiter*innen der invita-Standorte in Waldkirchen, St. Aegidi und Engelhartszell geschaffen wurde.
In den nächsten Workshops gehen Künstler*innen der Dragonerhöfe in Wels und der FA Buchkirchen sowie der FA und Wohnen am Pamingerhof ans Werk, auch die Führungskräfte der invita-Standorte müssen ihre Kreativität unter Beweis stellen. Im nächsten Frühjahr sollen die Bilder in einer Ausstellung gezeigt werden.
