Trainerin steht vor und die Reiterin sitzt auf dem Pferd

Christina Hufnagl trainierte mit Reiterin Jana Lengauer für die Nationalen Sommerspiele in Wien.

Liebe zu Pferden vertiefte die Freundschaft

Seit zweieinhalb Jahren haben drei Janas aus Oberösterreich auf die Special Olympics in Wien hintrainiert. Morgen ist es so weit: Die Spiele, die bis 30. Juni dauern, werden eröffnet. Aufgeregt sind die drei Reiterinnen mehr wegen des Rahmenprogramms als den Bewerben. Denn ihr Können haben sie schon mehrfach unter Beweis gestellt. Alle drei gehen beim „Working Trail“ ins Rennen, zudem tritt Jana Lengauer in der Dressur Klasse A an, Jana Engleder in der Dressur Klasse B und Jana Reisinger in der Dressurklasse C.   

Kennen gelernt haben sich Jana Lengauer (19), Jana Engleder (21) und Jana Reisinger (20) vor drei Jahren bei der Beruflichen Qualifizierung der Caritas Oberösterreich und sofort Freundschaft geschlossen. Jana Lengauer macht in der Zwischenzeit eine verlängerte Ausbildung bei der Caritas in der Schneiderei, ihre Namenskolleginnen sind als Kindergartenstützkraft bzw. im Revital-Shop beschäftigt. 

Springender Punkt

Alle drei verbindet eine Leidenschaft zu Pferden. „Das war auch der springende Punkt“, erzählt Jana Lengauers Pflegemutter Doris Hohenwallner. „Die drei Mädels, die eine kognitive Beeinträchtigung haben, wussten nicht so Recht wie man eine Freundschaft pflegt. Da kam mir die Idee, dass sie gemeinsam auf die Special Olympics hintrainieren könnten“, schildert Hohenwallner, die selbst am Linzerberg in Gallneukirchen heilpädagogische und therapeutische Förderung mit dem Pferd anbietet. Daher hat Jana L. schon mit fünf Jahren, als sie in die sogenannte IN-Betreuung zur Familie Hohenwallner kam, mit dem Reiten begonnen. Mit 17 Jahren bestritt sie ihr erstes Reitturnier, seither hat sie schon eine Reihe von Medaillen eingeheimst.

Regelmäßiges Training in Wien

Wussten die drei Mädchen früher nicht, was sie zusammen unternehmen könnten, dreht sich heute vieles um Pferde. Drei Mal im Monat steht ein gemeinsames Training an, dazu fahren die drei mittlerweile auch selbstständig zu einer Trainingseinheit nach Wien. Christina Hufnagl von den Equo Hoppers, Verein für therapeutisches Reiten, hat sie für die Nationalen Spiele in Wien intensiv vorbereitet.  

Auch bei Alltagsherausforderungen sattelfest

„In diesen zweieinhalb Jahren ist nicht nur eine gute Freundschaft entstanden, sondern die Janas haben ihre Reitkünste perfektioniert und darüber hinaus sehr viel für den Alltag gelernt“, erzählt Hohenwallner. Für die Jugendlichen war es etwa eine Herausforderung die Zugfahrt allein zu managen oder ein U-Bahn-Ticket zu erwerben – mittlerweile sind sie auch in solchen Dingen sattelfest. Eine Zugfahrt bietet zudem ausreichend Gelegenheit miteinander zu plaudern und die Freundschaft zu vertiefen. „Die Mädchen haben durch den Sport ihr Selbstbewusstsein gestärkt und ihre Selbstwirksamkeit erkannt“, so die Pflegemutter: „Und es gibt kein Konkurrenzdenken, im Gegenteil sie freuen sich mit den Leistungen der anderen mit.“