Neu: Diskrete und unkomplizierte Online-Hilfe der Caritas

Wer in Not ist, erhält ab sofort nicht nur in den Caritas-Sozialberatungsstellen vor Ort Hilfe, sondern auch online: Über www.caritas-wegweiser.at geht es schnell, unkompliziert und diskret zur Beratung und Unterstützung. Diese „erste Hilfe“ für Oberösterreicher*innen bei finanziellen Problemen kann die Caritas nur dank Spenden leisten. Diese sammeln in den nächsten Wochen wieder zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter*innen aus den Pfarren in Linz und Linz-Land.

Marion P., Alleinerzieherin von zwei Kindern, musste vor ein paar Wochen eine Stromerhöhung von 70 auf 135 Euro akzeptieren, obwohl der Verbrauch gleich geblieben ist.  Das ist eine Erhöhung um fast 100 Prozent. Und es bedeutet, dass nach Abzug aller Fixkosten der dreiköpfigen Familie nur mehr 27 Euro pro Tag zum Leben bleiben. Weil sie nicht weiß, wie sie weiter über die Runden kommen soll, wandte sie sich an die Caritas-Sozialberatung, wo sie Unterstützung bei den Energiekosten erhielt. Die Caritas-Sozialberater*innen merken, dass in den letzten Monaten die Unterstützungsanfragen aufgrund der steigenden Wohn- und Energiekosten zunehmen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass trotz des enormen finanziellen Drucks es vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen schwer fällt, eine Caritas-Sozialberatungsstelle aufzusuchen. Die neue Online-Beratung soll den Zugang erleichtern“, sagt Elisa Staub, Caritas-Sozialberaterin in Linz. Auf digitalem Weg können beispielsweise künftig Alleinerzieher*innen, wie Marion P., die ohnehin zeitlich mit der Kinderbetreuung gefordert sind, die Beratung und Unterstützung von Zuhause aus in Anspruch nehmen. „Auch für Menschen, die nicht mobil sind, ist die Onlineberatung ein großer Vorteil. Es sind keine Fahrtkosten zu zahlen und die Beratung ist nicht nur an den Sprechtagen möglich, wo die Termine oft schon ausgebucht sind, sondern auch an einem anderen Tag. Man muss also nicht bis zum nächsten Sprechtag warten“, sagt Elisa Staub. Ihre Arbeit wird durch die Online-Beratung auch ein Stück weit erleichtert: Wenn Unterlagen bereits im Vorfeld geschickt werden, kann sie sich auf die Termine gezielt vorbereiten und die Gespräche dauern nicht so lange. „Der Vorteil in der Chat- oder Mailberatung liegt auch darin, das Tempo selbst bestimmen zu können. Man kann bei einer Antwort auch einmal länger überlegen im Gegensatz zu einem Gespräch. Und die Chats und Mails können gespeichert und immer wieder durchgelesen werden. Gerade bei sozialrechtlichen Angelegenheiten ist das eine gute Möglichkeit wichtige Infos nachlesen zu können“, erklärt die Sozialberaterin.

Anonymer Zugang zur Beratung durch Sofortchats
„Weil Armut in unserer Gesellschaft oft als Makel und eigene Schuld der Betroffenen angesehen wird, fürchten einige Menschen auch, von Bekannten gesehen zu werden, wenn sie vor Ort zu unserer Stelle kommen. In anderen Fällen haben sie Angst, in einem direkten Gespräch nicht die richtigen Worte zu finden“, weiß Elisa Staub. Über den digitalen Weg fallen diese Hürden weg, weil sich die Menschen diskret an die Caritas wenden können. Es besteht auch zwei Mal pro Woche die Möglichkeit des Sofortchats, wo Hilfesuchende direkt anonym eine Beratung erhalten. Die Chatfunktion ist am Dienstag von 13 bis 15 Uhr und am Donnerstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Einstieg erfolgt über www.caritas-wegweiser.at

In Linz und Linz-Land hat die Caritas im Vorjahr insgesamt 2360 Personen betreut. Insgesamt wurden  1447 Frauen, 913 Männern und 1836 mitbetroffenen Kindern geholfen. Die Zahl der Kontakte ist im Vergleich zum Vorjahr im ersten Quartal gestiegen: Waren es 2021 2940 Kontakte in der Sozialberatungsstelle Linz, waren es heuer bereits 3110 Kontakte. Oberösterreichweit wurden 2021 14.630 Menschen in Not (inkl. Familienangehörige) in den 16 Caritas-Sozialberatungsstellen unterstützt.

Helfen Sie mit einer Spende bei der Haussammlung

Die Caritas-Nothilfe in den Sozialberatungsstellen funktioniert nur dank der Spenden, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten. Dieses Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute und ermöglicht der Caritas schnelles Handeln: mit Lebensmittelgutscheinen, Zuschüssen für Strom und Heizung, beratenden Gesprächen, Lernunterstützung für sozial benachteiligte Schulkinder sowie mit Obdach, warmem Essen, Medikamenten und Kleidung für diejenigen, die auf der Straße leben.

Die Online-Sozialberatung wird vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert.