Augustsammlung 2021

Wie Hunger und Covid die Not verschärfen

Wenn Hunger ständiger Begleiter ist, gibt es kaum etwas anderes als die Nahrungsmittelbeschaffung, woran man denken kann. Hunger zu stillen und somit das Überleben der Familie zu sichern sind so zentral, dass Menschen auch noch so hohe Risiken eingehen, um an Essen und Trinkwasser zu kommen – das Risiko einer Krankheit, das Risiko, in einen Schusswechsel zu geraten, das Risiko zu sterben. Weltweit sind 690 Millionen Menschen von chronischem Hunger betroffen. Satt zu sein ist also für jeden und jede Neunte dieser Welt ein seltenes oder sogar unbekanntes Gefühl.

Wir können nicht einfach zusehen, wie Menschen Tag für Tag um ihr Auskommen und Leben bangen müssen. In den letzten Jahrzehnten hat die Caritas deshalb schon vielen Familien durch nachhaltige Projekte geholfen, ihre Ernährung zu sichern und auch in Krisenzeiten satt zu werden. Konflikte, Naturkastastrophen, die durch den Klimawandel immer mehr begünstigt werden, Heuschreckenplagen und nicht zuletzt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dazu beigetragen, den Hunger in den ärmsten Ländern der Welt wieder zu verschärfen. Denn viele Menschen im globalen Süden leben von der Landwirtschaft und haben durch die geschlossenen Märkte ihr ohnehin geringes Einkommen völlig verloren und oder können sich Nahrung wegen der hohen Lebensmittelpreise nicht leisten.

Südsudan: Ein junges Land im Ausnahmezustand

Eines dieser ärmsten Länder weltweit ist der Südsudan. Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit vom Sudan ist das Land stärker von Hunger und Armut betroffen als kaum zuvor. Über zwei Millionen Menschen sind in die Nachbarländer Äthiopien oder Uganda geflohen. 1,5 Millionen gelten als intern Vertriebene, die – wenn überhaupt – traumatisiert und ausgehungert in den Flüchtlingslagern Zuflucht gefunden haben. Die Hälfte der Bevölkerung (sechs Millionen Menschen) ist unterernährt. Besonders verwundbar sind Kinder. Etwa ein Drittel der Kinder im Südsudan hat ein zu geringes Körpergewicht, um sich gesund entwickeln zu können. Corona-bedingt sind seit April 2020 die Schulen geschlossen. Das bedeutet für die Kinder nicht nur Mangel an Bildung, sondern auch den Verlust von regelmäßigen Mahlzeiten. Das tägliche Essen in der Schule ist für viele Eltern oft der ausschlaggebende Grund, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Frauen als Kämpferinnen gegen Hunger in der Pandemie

Am Beispiel Südsudan wird auch deutlich, wie wichtig Frauen in der Bekämpfung des Hungers sind. Sie sind diejenigen, die sich um die Ernährung und die Gesundheit der Familie kümmern. Sie arbeiten am Feld, halten Tiere, verarbeiten Lebensmittel und sorgen für Mahlzeiten, sammeln Holz und holen Wasser. Frauen versorgen die Kleinsten und kümmern sich um kranke Familienmitglieder. Wie es der Familie geht, hängt wesentlich von Frauen ab. In von Bürgerkrieg betroffenen Ländern wie dem Südsudan bleiben Frauen mit den Kindern oft alleine zurück. Besonders dann tragen Frauen die gesamte Last und Verantwortung, die Familie zu ernähren. Frauen zu fördern, ihnen Informationen über Covid-19, Hygiene und nachhaltige Ernährungsmethoden, Werkzeuge und Landwirtschaftsschulungen zu ermöglichen, ist für die Gesundheit und die Bekämpfung des Hungers eines ganzen Landes entscheidend.

Wie hilft die Caritas

Das Ziel unserer 70 Ernährungsprojekte weltweit ist klar: Wir wollen langfristig eine Zukunft ohne Hunger schaffen. In den ärmsten Ländern der Welt unterstützen wir deshalb Bauernfamilien mit Schulungen über nachhaltige Anbaumethoden, Kompostierung, Düngung, Lagerung und Vermarktung der Ernte. Wir verteilen Saatgut und stellen landwirtschaftliche Geräte und Nutztiere zur Verfügung. Schon zu Beginn der Corona-Pandemie hat sich gezeigt: Projekte zur Unterstützung von Landwirtschaft, Gemüseanbau und Tierhaltung haben den Menschen geholfen, gut durch die Krise zu kommen.

Gerade im stark gezeichneten Südsudan oder in der Demokratischen Republik Kongo, einem der ärmsten Länder der Welt in dem sich die Caritas Oberösterreich seit über 20 Jahren engagiert, ist diese Hilfe jetzt notwendiger denn je:

  • Wir helfen im Kampf gegen die Ausbreitung von Hunger und Covid-19: Wir unterstützen Menschen mit Lebensmittelpaketen, Saatgut für Gemüsegärten und informieren gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen die Menschen über Corona und verteilen Hygienepakete (Seife, Desinfektionsmittel, Wasserspender).
  • Wir helfen Bauernfamilien mit Saatgut, Schulungen und Werkzeug: Vor allem kleinbäuerliche Familien leben allein von der Ernte ihres Feldes. Sie sind in Krisenzeiten besonders von Hunger bedroht. Saatgut, Werkzeuge, Nutztiere, nachhaltige Anbaumethoden sind überlebensnotwendig, wenn zum Beispiel Ernten ausfallen. Die MitarbeiterInnen unserer Partnerorganisationen fahren regelmäßig in die Dörfer, begleiten und beraten Bäuerinnen und Bauern.
  • Wir unterstützen Frauen: Wir helfen Frauen in der Haltung von Tieren, beim Anbauen von Gemüse und in der Landwirtschaft. Zusätzlich begleiten wir Frauen, die sich in Spargruppen zusammenschließen und gemeinsam Reserven für Krisensituationen ansparen oder selbständig Geschäfte betreiben. Dadurch können sie von externer Hilfe unabhängig werden und ihre Familien versorgen.

Glocken gegen Hunger - Aktionstag am 30. Juli

Wir freuen uns sehr, dass die österreichische Bischofskonferenz heuer bereits zum fünften Mal die Aktion „Glocken gegen Hunger“ beschlossen hat: Am 30. Juli werden um 15 Uhr in ganz Österreich in den Pfarrgemeinden die Kirchenglocken fünf Minuten lang läuten. Das Läuten soll – zur Sterbestunde Jesu - darauf aufmerksam machen, dass täglich Menschen an Hunger sterben. Gleichzeitig soll das Glockenläuten auch zur Solidarität mit allen Menschen, die weltweit unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden, aufrufen.

Auch wir als Caritas bitten alle Pfarren der Diözese Linz um Unterstützung!

Spendenbeispiele


Mit 10 Euro erhält eine Kleinbäuerin oder ein Kleinbauer Nutzpflanzen-Setzlinge.

20 Euro ermöglichen nahrhaftes Essen für ein Kind für einen Monat.

Mit 35 Euro schenken Sie Saatgut undWerkzeug für eine Bauernfamilie.

40 Euro ermöglichen den Kauf einer Ziege im Rahmen eines Landwirtschaftsprojekts für KleinbäuerInnen.

50 Euro ermöglichen ein Semester lang den Schulbesuch für ein Kind.

 

Materialien zur Augustsammlung