Augustsammlung 2023

Werde ich in den nächsten Tagen zu essen haben? Woher bekomme ich Lebensmittel für meine Familie? Wie kann ich verhindern, dass meine Kinder verhungern müssen? Diese Gedanken sind für Millionen von Menschen bittere Realität. 783 Millionen Menschen, also jede*r Zehnte leidet weltweit an Hunger.
Im Jahr 2023 ist die Zahl der Hungernden so hoch wie nie zuvor. Voraussichtlich 345 Millionen Menschen werden von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein - mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2020. Das bedeutet einen erschreckenden Anstieg um 200 Millionen Menschen im Vergleich zu den Zahlen vor der Covid-Pandemie.

Aus Klimakatastrophe wird Hungerkatastrophe

Der Hunger steigt dramatisch und das hat mehrere Gründe: die Nachwirkungen der Pandemie, die Preissteigerungen und Lieferprobleme durch den Ukraine-Krieg sowie regionale, gewaltvolle Konflikte. Doch allen voran gibt es einen Treiber, der die weltweite Hungersnot verschärft: die Klimakrise und die Umweltkatastrophen, die sie mit sich bringt. Dürren, Überschwemmungen, Erdrutsche, Tornados, Insektenplagen zerstören die Existenzgrundlage gesamter Bevölkerungskreise – vor allem im globalen Süden. Dabei sind es vor allem reiche Länder, die die meisten Treibhausgase produzieren und somit die Klimakrise vorantreiben.Es sind jedoch die ärmsten Länder der Welt, die von den Auswirkungen am meisten betroffen sind.
Eine unglaubliche Ungerechtigkeit, die wir nicht länger hinnehmen können. Wir dürfen unsere Augen nicht vor Hunger verschließen. Wir dürfen nicht Millionen von Menschen ihrer Hungersnot überlassen. Bitte helfen Sie uns dabei, Menschen in den ärmsten Ländern der Welt vor dem Hungertod zu bewahren.

Kenia: Wenn plötzlich die Ernte ausfällt. Und die danach. Und die danach.

Die Klimakrise trifft uns alle. Auch in Österreich spüren wir die Hitze, wir sehen die schneearme Landschaft im Winter und erleben tornadoartige Stürme im Sommer. Im globalen Süden sind die Auswirkungen noch dramatischer. Etwa in Afrika, vor allem südlich der Sahara, lebt der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Hier ist das Anbauen von Getreide, Gemüse und Obst ohnehin schwierig, weil es immer wieder lange Dürreperioden gibt. Durch die Klimakrise werden diese nun länger und der Regen seltener. Die Felder vertrocknen. Die Ernte fällt aus. Die Böden werden unfruchtbar. Lebensmittelpreise explodieren. Die ohnehin geringen Wasserreserven werden aufgebraucht. Nutztiere sterben.

Kenia etwa erfährt derzeit eine der schlimmsten Dürren seit 40 Jahren. Die gewöhnliche Regenperiode von Oktober bis Dezember ist ausgefallen. Die Bevölkerung hoffte auf den Regen von März bis Mai, der jedoch auch geringer war als nötig. Immer mehr Menschen brauchen humanitäre Hilfe, um überleben zu können. Waren es bereits 3,5 Millionen im Jahr 2022, sind es nun 4,35 Millionen Menschen, die auf externe Hilfe angewiesen sind. 942.000 Kinder sind in Kenia derzeit unterernährt.

Besonders in der Region Marsabit im Norden Kenias herrscht Ausnahmezustand. 81 Prozent der Menschen lebt hier von der Viehzucht. Wegen der ausgetrockneten Weideflächen und mangelnden Wasserressourcen starb ein großer Teil der Tiere. Jene, die überleben, sind zu dürr, um als Fleisch verkauft zu werden. Gleichzeitig bleiben die Preise für Nahrung – auch wegen der stockenden Lieferketten durch den Ukraine-Krieg – enorm hoch.

DR Kongo: Kleinbäuerinnen kämpfen mit den Auswirkungen

Auch in der Demokratischen Republik Kongo, dem langjährigen Schwerpunktland der Internationen Hilfe der Caritas Oberösterreich, und eines der ärmsten Länder der Welt, hat der Klimawandel bereits sichtbare Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und den Lebensstandard der Bevölkerung. Phänomene wie überhöhte Temperaturen, unregelmäßige Regenfälle und Niederschlagsmangel während der Aussaatperioden haben zu Verlusten von Saatgut und bestimmten Pflanzenarten sowie zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge geführt. Frauen haben Schwierigkeiten, ihre Familien zu ernähren, was zu einem Anstieg der Polygamie, Frühverheiratung, Analphabetentum und Verarmung von Familien führt.

Die Caritas hilft in ihren Projekten Bäuerinnen und Bauern dabei, ihre Produktion unter Einhaltung der Umweltstandards zu maximieren, ohne dabei die Biodiversität zu beeinträchtigen. Um die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern wird in den Landwirtschaftsprojekten Agroforstwirtschaft und Wiederaufforstungsaktivitäten betrieben, Energiesparöfen (zum Einsparen von Holz) und Biokohle produziert, die Landwirte in ökologischen, klima- und bodenschonenden Anbaumethoden geschult und eine Diversifizierung ihrer Einkommensquellen gefördert.

So hilft die Caritas

Als Caritas sehen wir es als unsere Verantwortung gegen den Hunger in der Welt zu kämpfen. Millionen von Menschen brauchen jetzt dringend unsere Hilfe. Die Lage ist dramatisch, aber nicht hoffnungslos. Aus unseren Projekten wissen wir: Es gibt Wege, um Menschen jetzt vor dem Hunger zu bewahren:

  • Wir helfen bei akuten Hungersnöten
    In akuten Notsituationen verteilt die Caritas Nahrungsmittelpakete und sauberes Trinkwasser. In der Region Bubisa in Marsabit verloren zum Beispiel 100 Haushalte durch die Dürre alle ihre Nutztiere. Die Caritas half mit Essen und Wasser um die schlimmste Zeit zu überstehen. 
     
  • Wir helfen besonders vulnerablen Gruppen zu überleben
    Frauen, Kinder und ältere Menschen sind besonders von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Wir versorgen unterernährte Babys und Kleinkinder in Ernährungsstationen und ältere Kinder in den Schulen mit täglichen warmen Mahlzeiten. In Frauengruppen-Projekten unterstützen wir Frauen dabei, durch den Verkauf eigener Produkte ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ihre Familien versorgen zu können. Die Caritas unterstützt vulnerable Gruppen außerdem mit Geldhilfen, um Dürren zu überbrücken und Preissteigerungen abzufedern.
     
  • Wir helfen Klimaresilienz nachhaltig aufzubauen
    Die Caritas hilft Kleinbauern und - bäuerinnen ihre Ernten trotz veränderter Wetterbedingungen zu sichern. Wir organisieren zum Beispiel Landwirtschaftsschulungen. Dort lernen Kleinbauern und -bäuerinnen, wie vertrocknete Böden Wasser besser aufnehmen können und fruchtbarer werden. Das geht zum Beispiel, indem man Kompost stärker einsetzt, trockenheitsresistentes Saatgut verwendet und diversifizierte Landwirtschaft betreibt. Getreidespeicher und das Haltbar-Machen von Gemüse, Obst und Fleisch helfen zudem dabei, Ernteverluste zu verringern. Außerdem können Produkte auch in Dürrezeiten auf Märkten verkauft werden. Die Ernährung der Menschen ist durch diese Maßnahmen nachhaltig gesichert und von externer Hilfe unabhängiger.
     
  • Wir setzen uns für Klimagerechtigkeit ein
    In der Demokratischen Republik Kongo unterstützen wir die nationale Caritas darin, die Regierung dahingehend zu beeinflussen, dass das Landrecht nachhaltige Bewirtschaftung durch Kleinbauern und –bäuerinnen langfristig ermöglicht. Die Caritas unterstützt außerdem Co2-Kompensationsprojekte – etwa in Uganda, Äthiopien und dem Südsudan. Diese Projekte verringern die Abholzung von Bäumen und Büschen, etwa durch energiesparende Öfen und Biogasanlagen. Diese tragen insofern zur Ernährungssicherheit bei, da sie die Arbeitsbelastung von Haushalten reduzieren – und schützen zudem das Klima.
     
  • Wir werden als Organisation CO2 neutral
    Als weltweit tätige Organisation mit über 16.500 Mitarbeiter*innen möchten wir bis 2030 CO2 neutral werden. Wir kaufen ökologisch nachhaltiger ein, setzen immer mehr auf Elektroautos, sanieren Gebäude thermisch, produzieren Solarenergie, nutzen Ökostrom. Spätestens ab 2030 möchten wir jene Emissionen, die wir nicht vermeiden können, über eigene Projekte im Süden kompensieren. Dazu arbeiten wir an einer gemeinsamen CO2-Kompensationsplattform mit der Universität für Bodenkultur.

Spendenbeispiele

10 Euro schenken Sie einer Kleinbäuerin oder einem Kleinbauern Nutzpflanzen-Setzlinge.

25 Euro ermöglichen nahrhaftes Essen für ein Kind für einen Monat.

Mit 50 Euro erhält eine Familie ein Notpaket mit Grundnahrungsmitteln.

100 Euro helfen von der Dürre schwer betroffenen Familien in Nordkenia mit langfristiger Unterstützung und nachhaltiger Wasserversorgung.

Materialien zur Augustsammlung