Armut in Österreich

Wir helfen, wo Corona Armut hinterlässt

Armut ist, wenn man nicht mehr weiß, wie man den Kühlschrank füllen soll. Wenn man kein Geld für die Reparaturen hat, wenn der Kühlschrank kaputtgeht. Wenn man ständig vor der Delogierung steht, weil man die Mieten nicht mehr zahlen kann. Wenn man sich keinen Kaffeehaus-Besuch, kein Kinoticket, keinen Schulausflug leisten kann, weil die Rechnungen des Alltags zu überwältigend sind. Armut kann jede und jeden treffen!

Armut ist vielseitig und oft unsichtbar. Aber in jedem Fall bedeutet Armut permanente Existenzangst und sozialen Ausschluss. Die Corona-Krise hat auch Menschen in Notlagen gebracht, die zuvor noch nie von Armut bedroht waren.

Armut in Österreich

Frauen sind besonders armutsbetroffen

Frauen, vor allem Alleinerzieherinnen sowie Frauen ab 65 Jahren, erleben Armut besonders häufig. Gründe dafür sind ein niedrigeres Einkommen, bedingt durch den Gender-Pay-Gap, daraus folgende niedrigere Pensionen im Alter und unbezahlte Kinderbetreuungs- und Pflegearbeit, die vor allem von Frauen geleistet wird. Außerdem arbeiten Frauen vermehrt in Branchen, die besonders durch die wiederholten Lockdowns eingeschränkt waren: zum Beispiel Handel, Gastgewerbe, Tourismus.

Auch in unseren Sozialberatungsstellen suchen mehr Frauen als Männer Hilfe. Darunter viele Alleinerzieherinnen, die oft in finanzielle Not geraten, weil auf einmal kein Unterhalt mehr gezahlt wird oder sie ihre Lebenskosten nach einem Jobverlust nicht mehr decken können. Sie kommen auch, weil sie Gewalt erfahren haben oder sich die Kinderbetreuung finanziell nicht mehr ausgeht.

Im Haus für Mutter und Kind

finden Maria und ihre zwei Söhne eine geschützte Wohnmöglichkeit und wertvolle Hilfe und Unterstützung.

Was die meisten der Mütter hier betrifft, ist, dass sie keine Familie haben, die sie auffangen kann, wenn sie in finanzieller Krise sind oder wenn sie die Wohnung verlieren oder vom Partner fliehen müssen.

Christiane Felitsch,
Leiterin Haus für Mutter und Kind

Armut in der Mitte der Gesellschaft angekommen

Seit Corona hat die Armut auch ein neues Gesicht. Nämlich jenes von Einzelunternehmer*innen und jungen Menschen, die von Einkommensverlusten und Arbeitslosigkeit betroffen waren und sind, Kulturschaffende, Gastronom*innen, Leiharbeiter*innen, die ohne finanziellen Puffer oder sozialem Umfeld durch die Krise schlitterten. Das alles sind Menschen, die zuvor keine existentiellen Nöte kannten. Die Not, die Armut mit sich bringt, ist in diesen Fällen auf den ersten Blick im Alltag gar nicht sichtbar und dennoch ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Als Caritas nehmen wir unsere Verantwortung während der Krise ernst: Die alte Armut weiterhin bekämpfen und neue Armut verhindern!

Herr L. erlebt zum ersten Mal Armut

"Wie in der Pension, nur ohne Geld"

Ein Drittel der Menschen, die 2020 in unsere Sozialberatungsstellen kamen, hatten wie Herr L. nie zuvor Armut erlebt und brauchen jetzt Unterstützung.

Hilfe bei Lebensunterhalt und Wohnen nötig

Viele wenden sich erst an die Caritas, wenn die Not wirklich existentiell wird. Menschen suchen Hilfe, weil sie die Kosten des Alltags nicht mehr bezahlen können: Mieten, Energiekosten und Lebensmittel. Wenn die Mietrückstände zu groß werden und Delogierung droht. Bei Frauen kommt auch das Thema Gewalt hinzu: Sie müssen aus einer gewaltvollen Situation fliehen und stehen plötzlich auf der Straße.

€ 40,–

Für einen guten Start ins Leben

€ 50,–

Unterstützung beim Heizen

€ 100,–

Lebensmittel für eine Woche

So sieht unsere konkrete Hilfe aus

Der Auftrag der Caritas vor, während und nach der Krise ist klar: Wir helfen jenen, die in Not geraten sind. Helfen wir jetzt gemeinsam!

  • Wir helfen armutsbetroffenen Menschen weiterhin, die schon vor Corona zu wenig hatten. Hier geht es um das Notwendigste: Existenzsicherung, Lebensmittelhilfe und -gutscheine, Energieversorgung, Beratung, Wohnungssicherung.
  • Wir helfen Frauen und armutsgefährdeten Familien, die die Corona-Krise noch stärker in die Not getrieben hat.
  • Wir helfen jenen, die bisher keine finanziellen Sorgen kannten und durch die Krise plötzlich armutsgefährdet sind. Sie brauchen unsere Unterstützung. Denn: Viele private Reserven sind jetzt erschöpft.

Danke, dass Sie helfen!

Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen in unserer Nachbarschaft kein Auskommen finden. Wir dürfen auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht vergessen. Möglich ist unsere Hilfe nur dank der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern, die den Betrieb unserer Einrichtungen sicherstellt. Möglich ist unsere Hilfe nur durch Sie!