Osthilfesammlung 2022

© Joe Klamar

Not ist kein Kinderspiel

Spielen gehört zu einer schönen, erfüllten Kindheit, es bedeutet Leichtigkeit, Unbeschwertheit, die Welt zu erkunden und die kindliche Phantasie und Neugierde auszuleben. All das in sicherer Umgebung.

Millionen von Kinder weltweit verbringen ihre Kindheit jedoch weder in Sicherheit noch in Unbeschwertheit. Sie leben in Situationen, in denen sie nicht verstecken spielen, sondern tatsächlich Zuflucht vor Krieg und Gewalt suchen müssen. In denen es keine Puppenküche und auch kein Essen am Abend für sie gibt. In denen sie nicht Kind sein dürfen, sondern ganz plötzlich erwachsen werden müssen. Denn: Not ist kein Kinderspiel, sondern bittere Realität.
Aus unseren ca.100 weltweiten Kinderprojekten wissen wir, was Not für Kinder bedeutet: Hunger, Kälte, Krankheiten, Gewalt und verminderte Bildungs- und Zukunftschancen.

Lage von Kindern in Not verschärft sich

Die Lage für Kinder in Not hat sich in den letzten Jahren verschärft: Wirtschaftskrisen, Bürgerkriege und nun auch die Pandemie. Rund die Hälfte der armutsbetroffenen Menschen weltweit, ca. 356 Millionen, sind Kinder. 150 Millionen Kinder zusätzlich kämpfen durch die Auswirkungen der Pandemie damit, dass ihre Familien nur noch mangelhafte Geldressourcen, keinen Zugang zu Nahrung oder Bildung haben.

In Konflikten und Katastrophen sind Kinder die ersten und die am meisten Leidtragenden. Häufig leben sie in prekären Verhältnissen. Wenn nicht auf der Straße, dann zu mehrt in kleinen, halb zerfallenen Häusern mit unbeheizten Räumen, ohne Betten und Strom. Wenn diese Kinder erkranken, können sie oft nicht versorgt werden. Denn: Medikamente sind teuer und ein Aufenthalt im Krankenhaus oft nicht leistbar. Dabei wünschen sich Eltern nichts sehnlicher, als gesunde und glückliche Kinder, die eine gute Zukunft vor sich haben.

Unvorstellbar ist für viele Eltern und Kinder außerdem, voneinander getrennt zu sein. Aufgrund von Konflikten, Kriegen und schlechten wirtschaftlichen Bedingungen müssen Eltern ihre Kinder allein auf die Flucht schicken oder – wie etwa in Osteuropa – schweren Herzens zurücklassen, um im Westen Geld zu verdienen. Die Caritas ist in diesen Situationen oft die einzige Stütze.

Krieg und Flucht als traumatische Erfahrung

Durch die zunehmenden globalen humanitären Krisen – etwa in Afghanistan, Äthiopien und Syrien – waren noch nie zuvor so viele Kinder gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen. Im Jahr 2020 waren von den 281 Millionen geflüchteten Menschen weltweit 35,5 Millionen Kinder.

Die Trennung von den Eltern gräbt oft tiefe Narben. Flucht, Armut und Not prägen bis ins Erwachsenenleben. Kinder verlieren durch die Erlebnisse ihre Kindheit und eine Chance auf eine glückliche Zukunft.

Trotz dieser traumatischen Erfahrungen nehmen Kinder einen starken Antrieb mit, eine bessere Zukunft für sich zu schaffen. Als Caritas arbeiten wir in Krisengebieten dafür, dass Kinder gut aufwachsen können, dass sie die Versorgung erhalten, die sie brauchen und das Rüstzeug, um eines Tages der Armut zu entkommen. Wir glauben fest daran, dass jedes Kind das Recht auf Sicherheit, das Recht auf Bildung, das Recht auf Glück und Zukunftsperspektiven hat.

Bildung als Sprungbrett aus der Not

Bildung ist für viele Kinder der einzige Weg aus der Armut. Ca. 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit gingen 2020 nicht in die Schule, darunter knapp 60 Millionen Kinder, die nicht einmal eine Grundschule besuchen.

Neben der akuten Nothilfe setzen die Caritas-Projekte deshalb stark darauf, Kindern weltweit den Zugang zur Schule  zu ermöglichen. Kinder, die aufgrund mangelnder finanzieller Mittel, fehlender Papiere oder Behinderung sonst aus dem Schulsystem fallen würden, haben durch die Unterstützung der Caritas die Chance, ihre Potenziale in einem sicheren, liebevollen Rundherum zu entfalten. Während sie Zuhause in kalten, engen Wohnungen leben, gibt es in den von der Caritas unterstützten Einrichtungen Raum zum Lernen, zum Spielen und Herumtollen und eine warme Mahlzeit – oft die einzige des Tages.

So hilft die Caritas Kindern in Krisensituationen:

Zugang zu Bildung und psychologische Betreuung für Kinder in Not
In Beth Aleph in Beirut in Libanon, einer Schule speziell für Kinder von Migrant*innen, aber auch in den Kindertagesstätten in Rumänien, Bulgarien und der Ukraine gibt es pädagogisches und psychologische Personal, das für die Kinder da ist.
In Aleppo in Syrien betreibt die Caritas seit 2018 das regionale, ganzheitliche Bildungsprogramm RHEP, dass jährlich rund 3.330 syrischen Kindern Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung ermöglicht. Die Kinder werden fortlaufend auch psychisch und mental betreut, um mit den Erlebnissen und Erfahrungen der Flucht umgehen zu lernen.

Warme Mahlzeiten in Kinderzentren
Kinderzentren betreibt die Caritas in Osteuropa schon seit über 20 Jahren. In Rumänien etwa bekommen Schüler*innen ein warmes Mittagessen, Unterstützung bei den Hausaufgaben, Lernunterlagen und es gibt Erwachsene, die bei Problemen weiterhelfen. Seit der Pandemie besuchen Pädagog*innen der Caritas-Kinderzentren die Schüler*innen während der Ausgangssperren, bringen Lernunterlagen mit und führen mit den Eltern Gespräche über Schule und Erziehung.

Medizinische Grundversorgung
In unseren Kinderprojekten legen wir außerdem großen Wert auf die medizinische Versorgung der Kinder. In Jordanien etwa, erhalten Kinder durch ein Schulprojekt Medikamente, gratis Untersuchungen, einschließlich zahnärztlicher, vor- und nachgeburtlicher Betreuung sowie Impfkontrollen.

Der Osthilfefonds und die Caritas bitten alle Pfarren in Oberösterreich, diese Sammlung zu unterstützen.

Aus den Mitteln der Osthilfe-Sammlung werden auch pastorale Aufgaben des Osthilfefonds der Diözese Linz unterstützt. Während der Corona-Pandemie ist die Unterstützung von Menschen in Krisensituationen besonders wichtig, etwa durch Telefon-Seelsorge und Familienberatung. In der Kinder- und Jugendpastoral werden besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt, Freiwillige bleiben mit den Kindern in Kontakt und unterstützen sie auch in schwierigen Situationen daheim.

So können Sie helfen:

Mit 20 Euro ermöglichen Sie einem Kind einen Monat lang eine warme Mahlzeit.
Mit 30 Euro schenken Sie warme Kleidung, Schuhe, Decken oder Heizmaterial.

Materialien zur Osthilfesammlung 2022:

Mitarbeiter*innen der Internationalen Hilfe informieren!

Caritas-Mitarbeiter*innen informieren im Sammlungszeitraum gerne im Rahmen von (Online-)Vorträgen und -Gesprächen über aktuelle Projekte und die pastoral-soziale Situation in den Partnerdiözesen. 

Auskunft und Anmeldung unter
0732/7610-2161 bzw. 
auslandshilfe(at)caritas-linz.at oder 
osthilfefonds(at)dioezese-linz.at.

Spendenkonto
  • Caritas Oberösterreich
  • BANK: RLB OÖ
  • IBAN: AT203400000001245000
  • BIC: RZOOAT2L